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#5 Interview mit Brina & Igor

Travel around the clock Interview mit Brina Explores

Interview mit Brina & Igor


Im fünften Gespräch unserer Interviewserie hatten wir diesmal Brina & Igor zu Gast. Die beiden sind, wie wir auch, aus der Region Trier und haben vor Kurzem einen Mercedes Sprinter zum Campervan umgebaut.

 

Im Interview erzählen uns die beiden, die auch den Reiseblog Explore the Outdoors führen, worauf es beim Camperausbau ankommt und wieso es sinnvoll ist beim Basisfahrzeug lieber etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

 

Außerdem gehen wir im Interview etwas genauer darauf ein, was es in der heutigen Zeit bedeutet, einen großen Social Media Kanal zu führen - immerhin haben die beiden zusammengerechnet rund 80.000 Follower auf Instagram.

 

Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst dir einen Kastenwagen zum Camper auszubauen, dann lies dir gerne auch unser Interview mit Off the Path durch. Line und Sebastian vom größten Abenteuer-Reiseblog in Deutschland haben vor einiger Zeit ebenfalls einen Sprinter zum Camper ausgebaut.

 

Auch bei Travel around the clock wird es in Kürze eine neue Camper-Ausbauserie geben, da wir mittlerweile ein Basisfahrzeug für unseren eigenen Ausbau gefunden haben.

 

Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen!

 


"Das Reisen bringt Menschen zusammen"

Explore the Outdoors

Travel around the clock:

Hallo Igor und Brina, erst einmal vielen Dank, dass ihr euch bereit erklärt habt, unserem Reiseblog ein Interview zu geben. Es wäre schön, wenn ihr euch zu Beginn einmal unseren Lesern vorstellen könntet.

 

Brina & Igor:

Hallo ihr zwei und vielen Dank für eure Anfrage. :) Ich bin Brina, 30 Jahre alt und habe schon während meiner Abi-Zeit davon geträumt, irgendwann einmal mit einem Van durch Europa zu fahren. Ich liebe das unabhängige Reisen mit unserem Bus und zusammen mit Igor und Gerda die Natur zu erkunden.

Hi, ich bin Igor! Schon während meiner Kindheit war ich ein echter Bastler. Der Camperausbau ist für mich ein echtes Herzensprojekt und macht mir besonders viel Spaß. Seit 2016 habe ich außerdem meine Leidenschaft für das Video filmen und das Editing entdeckt. Unsere Hündin Gerda ist bei jedem Abenteuer mit dabei und unser Feelgood-Manager & Alarmanlage in einem. :) Sie ist der entspannteste Hund der Welt und liebt das Reisen im Bus ebenfalls.

 

Travel around the clock:

Bevor wir etwas genauer auf das Thema Reisen zu sprechen kommen, würde uns interessieren, wie ihr es geschafft habt, mit euren Instagram-Accounts so “groß” zu werden. Immerhin folgen Brina mehr als 63.000 Menschen. Bei Igor sind ebenfalls mehr als 16.000 Follower.

 

Brina & Igor:

Wir finden es wichtig mit der Community verbunden zu sein. Das Reisen bringt Menschen zusammen und in der Vanlifeszene teilt man gerne Erfahrungen, Fails und schöne Seiten des Camperlebens. Auch wenn vieles nur online ist, ist man trotzdem nie alleine. Wir zeigen gerne wie unser „way of vanlife“ funktioniert und sind dabei ehrlich und versuchen authentisch zu bleiben, ich denke DAS überzeugt viele Menschen, weshalb sie uns auf unserem Weg begleiten. Igor bleibt da ganz oft technisch und zeigt auf seinem Account wie der Ausbau gemacht wird. Auch was das Fahrzeug angeht, es kommen sehr viele Fragen zu „how to...“ rein. Und da er weiterhin ein kleiner Bastler geblieben ist, ist Selfmade natürlich für viele interessant.

 

Travel around the clock:

Wir sind damals auf euch aufmerksam geworden, als ihr euren Vito ausgebaut habt. Mittlerweile habt ihr einen Mercedes Sprinter, nachdem ihr mit dem Vito einen Verkehrsunfall hattet. Wie ärgerlich war dieser Moment für euch? Schließlich war der Vito ja noch gar nicht so lange fertig ausgebaut, oder?

 

Brina & Igor:

Ja, das stimmt! Der Vito war als Projekt gerade noch ganz am Anfang. Das war unser erster Bus, unsere ersten Erfahrungen und unsere erste große Reise war damit verbunden. Den Ärger kann man gar nicht in Worte fassen, auf einer theoretischen Skala von 0-10, wobei 10 verdammt ärgerlich ist, liegen wir bei 9.000! Die Zeit und die Leidenschaft gibt dir niemand zurück, die Erfahrung bleibt. Am Ende sind wir beide froh, dass nicht mehr passiert ist als leichte Verletzungen. Zwar ist am Bus ein Totalschaden entstanden, aber gestauchte Handgelenke und Prellungen heilen wieder und so konnten wir nach vorne blicken und ein neues Kapitel beginnen. Ehrlicherweise haben wir mit dem Gedanken uns zu vergrößern schon seit Schottland gespielt. Unser Plan war es aber das Thema erst in zwei Jahren anzugehen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Versuch nummer 2: Vanausbau mit einem Mercedes Sprinter

Travel around the clock:

Ihr habt nicht lange gewartet und seid schließlich gleich zum nächsten Ausbau übergegangen. Da wir aktuell selbst auf der Suche nach einem geeigneten Basisfahrzeug sind, würde uns interessieren, wie ihr auf euren Sprinter aufmerksam geworden seid? Der Markt ist ja seit Beginn der Corona-Pandemie ziemlich leer gefegt oder überteuert.

 

Brina & Igor:

Ja, der Impuls direkt weiter zu machen kam da von Igor. Die Pandemie fing gerade an und er hat es da schon recht früh und richtig erkannt, dass es sich auf alles auswirken wird. Leider ist es ja genau so eingetreten. Für uns war es bei dem neuen Fahrzeug wichtig eine solide und „gesunde“ Basis zu erwerben. Der klassische DHL oder DPD Sprinter kam für uns auf keinen Fall in Frage! Aus dem Alter des Vito und den Reparaturen haben wir gelernt und diese Fehler machen wir nie wieder. Leider geht es heute nicht mehr ohne Geld, weshalb wir da in den saueren Apfel beißen mussten und einen recht jungen Sprinter gekauft haben (MB Sprinter 316 / 4 Jahre alt / 81tkm / beinahe Vollausstattung.

 

Travel around the clock:

Dürfen wir fragen, was ihr für den Sprinter bezahlt habt?

 

Brina & Igor:

Wir machen da kein Geheimnis daraus: 16.700 € Länge Kurz, Hochdach (L1H2).

 

Travel around the clock:

Gleich die nächste Geldfrage. Jetzt, wo ihr mit dem Ausbau fast fertig seid: wie teuer war das gesamte Projekt für euch? Oder anders gefragt, wie viel musstet ihr zusätzlich zum Basisfahrzeug nochmal für den Ausbau investieren?

 

Brina & Igor:

Dieses Projekt sollte „richtig“ werden, keine halben Sachen mehr! Nach dem Motto: „einmal richtig kaufen“ haben wir bisher 12.200 € für Ausbau- und Anbauteile investiert. Rechnen wir alles zusammen (inkl. Wohnmobil-Ummeldung) liegen wir bei 29.400 €.

Darauf solltest du beim Camperausbau besonders achten!

Travel around the clock:

Nun haben wir natürlich gesehen, dass ihr mit Gerda ein Hündin habt, die euch auf euren Reisen begleiten wird. Welche 3 Dinge sind euch besonders wichtig, wenn ihr mit einem Hund reist?

 

Brina & Igor:

Am wichtigsten ist die Sicherheit. Auch der Hund muss in einem Fahrzeug sicher mit fahren können, also safety first! Gerda hat ihren eigenen Raum, eine Art Hundebox, in dem sie sicher mitfährt. Dazu kommt die Reise an sich. Wir versuchen so zu reisen, dass es für Gerda keine Probleme gibt. Das heißt wir achten auf das Klima, Einreisebeschränkungen für Tiere, Transportmöglichkeiten und geeignete Stellplätze. Zum Schluss planen wir unsere Route so, dass viele Pausen möglich sind. Gerda ist super glücklich wenn sie laufen und spielen kann, kurze Stops für Auslauf und Gassi sind Pflicht. :) Das kommt uns eigentlich sehr gelegen, wir wollen grundsätzlich beim Reisen entschleunigen.

 

Travel around the clock:

Welche Schritte beim Camperausbau sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Wir haben gesehen, dass ihr nun euer komplettes Bettsystem nochmal umgeworfen habt.

 

Brina & Igor:

Haha, ja! So wird es wohl immer bleiben, wenn Igor am Werkeln ist. Es wird mit Sicherheit noch die eine oder andere Sache im Bus neu gemacht, bis es auf uns perfekt abgestimmt ist. Immerhin haben wir bereits etwas Erfahrung. Besonders in Erinnerung sind uns die schwierigsten Ausbauschritte in Erinnerung geblieben: Isolierung, Standheizung, Dachfenster und Elektrik. Kürzlich ist auch noch das Thema „Wassersystem“ als ein FAIL dazu gekommen.

 

Travel around the clock:

Strom, Wasser und Gas gehören ja bekanntlich zu den schwierigsten Themen beim Ausbau eines Fahrzeugs zum Camper. Wobei würdet ihr sagen, dass es sinnvoll ist, gewisse Ausbauarbeitarbeiten von Profis machen zu lassen?

 

Brina & Igor:

Ja stimmt. Wir würden definitiv beim Thema Strom & Eletrik dazu raten sich jemanden an die Hand zu nehmen, der vom Fach ist. Zwar hat Igor alles selbst gebaut, auch elektrisch, trotzdem haben wir die Anlage vom Fachmann überprüfen und durchmessen gelassen. So ist man(n) einfach auf der sicheren Seite! Bei Gas wäre nur Hilfe nötig, wenn tatsächlich ein Gassystem verbaut wird. Da in Deutschland die wenigsten damit einen Selbstausbau starten, ist ein Kartuschenkocher sehr einfach zu installieren.

 

Travel around the clock:

Ihr habt ja mittlerweile reichlich Erfahrung im Camperausbau gesammelt. Wenn ihr uns eine Reihenfolge nennen würdet. Wie würde diese beim Ausbau aussehen? Oder anders gefragt: Was ist am Anfang wichtig und welche Dinge kann man bequem am Ende des Ausbaus erledigen?

 

Brina & Igor:

Wichtig ist einen groben Plan und Ressourceneinteilung zu machen. Fragen wie: Wie will ich reisen, wohin will ich reisen, was will ich mit dem Bus machen, wie lange fahre ich das Fahrzeug voraussichtlich sollten am Anfang geklärt sein. Budgetplanung ist das A und O. Vieles kostet sehr viel Geld, solche Anschaffungen sollten gut überlegt sein. Zum Beispiel brauche ich keine Standheizung wenn ich überwiegend in warmen Ländern reise, ein Dachfenster zur Belüftung aber schon. Grundsätzlich würden wir raten alles „große“ zuerst zu machen und ein Ausbaukonzept zu haben. Das spätere Aussehen quasi. Wichtig auch hier: Leitungen und Rohre vor dem Beginn sinnvoll im Fahrzeug zu verteilen. Es gibt hunderte Inspirationen Online wie so eine Aufteilung des begrenzten Platzes aussehen kann. Steht der Plan und das Grundgerüst, sind Anpassungen und Funktionen dran. Ganz zum Schluss ist das Gestalten und Dekorieren an der Reihe.

"Was viele nicht wissen: Social Media ist ein Fulltime Job"

Travel around the clock:

Was macht “Vanlife” für euch so einzigartig? Was gehört bei euch zu diesem gewissen Vanlife-Feeling auf Reisen immer dazu?

 

Brina & Igor:

Ganz Einfach: Freiheit. Wir fahren wohin wir wollen. :)

 

Travel around the clock:

Nochmal zurück zu euren Social-Media-Kanälen. Wir selbst sind ja noch ein sehr kleiner Reiseblog mit wenigen Auftritten auf unseren Social-Media-Kanälen. Dennoch merken wir, wie zeitaufwendig diese Thematik ist. Wie viele Stunden verbringt ihr ungefähr pro Tag mit Instagram, Youtube & Co.?

 

Brina & Igor:

Was viele nicht wissen, Social-Media ist ein fulltime Job. Nach dem Feierabend ist vor dem Feierabend. Kanäle wollen gepflegt und verwaltet werden. Der Content produziert sich nicht von alleine. Wir arbeiten geschätzt 2–4 Stunden pro Tag an Instagram, YouTube und Co.

 

Travel around the clock:

Auf Instagram und Youtube wird hin und wieder bei euren Videos Werbung eingeblendet. Könnt ihr mittlerweile von euren Social-Media-Verdiensten den Lebensunterhalt bestreiten? Falls nicht, ist das eines eurer Ziele für die Zukunft, um flexibel reisen zu können?

 

Brina & Igor:

Der Lebensunterhalt ist damit noch nicht möglich, es wäre natürlich sehr schön wenn es so funktionieren würde. :) Es ist aber ein kleiner Nebenverdienst, mit dem wir unsere Reisen, den Bus und Freiheit finanzieren. Nein, eins der Ziele der Zukunft ist es aber nicht.

"Die Farbe Gelb ist mittlerweile so etwas wie unser Markenzeichen"

Travel around the clock:

3 knackige Fragen zum Abschluss. Was mögt ihr an unserer Großregion rund um Trier am meisten? Habt ihr bestimmte Lieblingsorte in der Natur?

 

Brina & Igor:

Wein, Weinberge, Lage und das Klima! Lieblingsorte in Deutschland sind bei uns die Berge und die Alpen, wir lieben zudem alles nordische und gehen dann raus, wenn die meisten lieber auf der Couch sitzen ;)

 

Travel around the clock:

Welche Rolle spielen bei euch die Farben gelb und orange? Ihr wisst, worauf wir hinauswollen.

 

Brina & Igor:

Haha, ja! :D Gelb ist inzwischen wie ein Markenzeichen. Gelb ist anders und ungewöhnlich. Wir fallen vielleicht damit auf, aber in der Natur harmoniert es perfekt mit dem natürlichen Grün. Das passt zu uns. Grau, oliv, schwarz und weiß gibt es genug auf den Straße, wir machen den Verkehr etwas bunter.

 

Travel around the clock:

Wo geht eure erste Reise nach Corona hin und warum genau dorthin?

 

Brina & Igor:

Ich denke Corona wird noch sehr lange bleiben. Sollten die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, steht ganz oben auf der Liste Island. Als nächstes geht es aber für einen knappen Monat nach Norwegen. Landschaft und das Grüne lässt uns dort einfach nicht los. Wir lieben diese mystische und regnerische Stimmung.

 

Travel around the clock:

Vielen Dank für das tolle Interview und viel Spaß auf eurer nächsten Reise mit dem Van!

 

Brina & Igor:

Sehr gerne! Wir sehen uns auf der Straße :)

Wenn du selbst einmal bei Travel around the clock von deinen Erlebnissen auf Reisen erzählen möchtest, dann schreibe uns einfach eine kurze Mail und wir setzen uns mit dir in Verbindung!

 

Hat dir das Interview gefallen? Dann teile es gerne mit deinen Freunden und Bekannten auf Social Media oder gib uns Feedback in der Kommentarzeile!

 

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Interview auf Travel around the clock!

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