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#4 T3 Camper - unser mobiles Zuhause

Camper/Wohnobil

Unser T3 Camper


Der Gedanke ist romantisch: einfach drauf losfahren und dort schlafen, wo du möchtest. All das ist möglich. Mit einem Campervan oder einem Bulli. Und in manchen Ländern ist es zudem völlig legal einfach so in der Wildnis zu übernachten.

 

Nachdem das Reisen im Jahr 2020 aufgrund der Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nahezu unmöglich war, entstand im Sommer 2020 ein wahrer Campingboom. Die Preise für Camper aller Art schießen seitdem explosionsartig in die Höhe. Camping ist wieder modern. Stichwort: Vanlife!

 

Wenn du dir noch unsicher bist, dann buche dir einfach einen Mietwagen* für ein paar Tage und teste, ob das Vanlife-Feeling zu deinem Reisestil passt. Wenn du aber unbedingt mit dem Camper reisen willst, dann buche dir beispielsweise einen Mietcamper bei PaulCamper*. Hier kannst du nicht nur Camper mieten, sondern auch deinen eigenen vermieten, um die Reisekasse aufzufüllen.

 

Und so wurden auch wir auf den Trend aufmerksam: vor allem, weil einige Reiseblogger den Ausbau ihrer Sprinter und Bullis in Videos und ausführlichen Blogbeiträgen festhalten: unsere Suche nach dem richtigen Campervan wurde also intensiver.

 

Schnell war klar: wir möchten einen Bulli. Zu tun hat das vor allem mit dem klassischen Hippie-Feeling, welches solch ein Camper versprüht. Der VW Bulli ist für viele noch heute der Inbegriff für Freiheit. Aber was genau ist überhaupt ein Bulli?

 

Als klassischer Bulli werden die Volkswagen-Modelle T1, T2 und T3 bezeichnet. Das charakteristische Merkmal bei diesen Fahrzeugen ist der Motor, der sich bis zum T3 noch im Heck befindet. In neuere Modellen, wie dem VW T4 oder dem T5 findest du den Motor hingegen bereits vorne unter der Motorhaube.


Bulli oder ausgebauter Campervan?

Stelle dir vor dem Kauf die Frage, welchen Camper du überhaupt möchtest. Hierbei hast du die Wahl zwischen verschiedenen Optionen:

  • VW Bulli mit Campingaustattung
  • Fertig ausgebauter Sprinter zum Campervan
  • Sprinter für den Selbstausbau

Auch wir haben uns diese Frage gestellt. Und eigentlich war von Anfang an klar: wir möchten einen VW T3 Bulli.

 

Der Grund: das Feeling!

 

Der T3 Bulli vermittelt echtes Reisefeeling und steht seit Jahrzehnten für das freiheitliche Reisen. Hätten wir den T3 doch nur schon 2019 bei unserem ersten Roadtrip in Portugal gehabt. Zudem versprüht das heute oftmals über 30 Jahre alte Auto einen ganz besonderen Flair. An der Stelle möchten wir klar betonen, dass wir der Meinung sind, dass es kein "besser" oder "schlechter" gibt. Auch wir können relativ sicher sagen, dass wir irgendwann einmal das Projekt "Campervan Selbstausbau" angehen werden. Doch zunächst möchten wir ein paar Jahre mit unserem T3 durch Europa reisen.

T3 Westfalia Bulli

Teile für den Selbstausbau deines Campervans findest du übrigens bei CampingWagner:


T3 Camper: Hochdach, Dachzelt oder Retro?

Bei der Recherche kommt eine weitere Frage auf dich zu. Benötigst du ein Dachzelt oder ein Hochdach? Als dritte Alternative kannst du dich natürlich auch für einen VW T3 im Retrostyle, also ohne Hochdach oder Dachzelt, entscheiden.

 

Zum einen spielt hier die Optik eine Rolle und zum anderen auch wie praktisch das gewählte Modell ist. Alle möglichen Ausführungen haben ihre Vor- und Nachteile.

 

Wir haben uns schnell für einen Bulli mit Hochdach entschieden.

 

Der größte Vorteil ist die permanente Stehhöhe. Schade ist hingegen, dass die klassische Optik des T3 durch das Hochdach verloren geht. Zudem hast du Schwierigkeiten in Tiefgaragen und Parkhäuser zu gelangen - wobei dies für Reisende in der Natur nur selten relevant ist. Im Gegensatz zum Dachzelt kommt beim Schlafen dafür aber keine Zugluft in den Bus, was vor allem in kälteren Nächten eine große Rolle spielt.

 

Du siehst also: alles hat seine Vor- und Nachteile. Das Dachzelt ist zwar etwas romantischer, unterschätze aber nicht den Aufwand durch das ständige Auf- und Zuklappen sowie die Anfälligkeit der Zeltwände.


T3 Bulli -  Daten und Fakten zu unserem Modell

Nachdem wir also ein passendes Modell gefunden, besichtigt und Probe gefahren haben, ging alles ganz schnell. Und hier ist er, unser T3 Campervan, der natürlich auch namentlich getauft wurde: Henri!

Campertour Lorscheid

Natürlich möchten wir dir ein paar grundlegende Daten und Fakten zu unserem Modell geben:

  • Modell: VW T3
  • Motor: JX
  • Leistung: 51 kW/69 PS
  • Kraftstoff: Diesel
  • Laufleistung: 301.000 km
  • H-Kennzeichen vorhanden
  • Anschluss für Landstrom außen
  • Gas und Standheizung möglich, allerdings außer Betrieb
  • 3 eingetragene Sitzplätze
  • TÜV zum Zeitpunkt des Kaufes noch 1 Jahr vorhanden

Was kostet ein T3 Bulli?

Vielleicht stellst du dir jetzt folgende Frage:

 

Wie viel kostet denn nun so ein VW T3 Camper?

 

Wir würden dir natürlich gerne eine einfache Antwort geben, ganz so leicht ist es aber leider nicht. Der T3 ist ein altes Auto: Produziert wurde der zwischen 1979 bis 1992.

 

Die meisten Modelle sind somit mehr als 30 Jahre alt. Ab diesem Alter kannst du beim TÜV ein sogenanntes H-Kennzeichen für deinen Bulli beantragen. Dies ist vor allem für den Unterhalt, also Versicherung und Steuern, vorteilhaft. Für das H-Kennzeichen müssen allerdings ein paar Bedingungen erfüllt sein:

  • Umbauarbeiten müssen zeitgemäß sein
  • keine gravierenden technischen Mängel
  • Gutachten belegt Oldtimerzustand
  • die Hauptuntersuchung (TÜV) wird bestanden

 

Doch zurück zum Kaufpreis. Bei deiner Suche im Internet stellst du schnell fest, dass die Spanne enorm ist. Wir haben Modelle zwischen 4.000 und 25.000 Euro gefunden.

 

Am Ende hängt der Kaufpreis von einigen Faktoren ab, die sich nicht anhand von Bildern eines Inserates ablesen lassen.

 

Darauf solltest du beim Kauf eines VW T3 Bulli achten:

  • Roststellen an der Karosserie oder am Unterboden
  • Undichte Öl- oder Kraftstoffleitungen im Motorraum
  • Anzahl der Vorbesitzer
  • Zustand der Innenausstattung
  • Bremsen und Verschleißteile
  • Bereifung
  • H-Kennzeichen

Der Kilometerstand spielt hingegen eine untergeordnete Rolle, da bei einigen VW T3 bereits Motor, Kupplung oder Getriebe generalüberholt bzw. erneuert wurden. Frage bei der Besichtigung, ob diese drei Komponenten bereits neu eingebaut sind.

 

Und von genau diesen Faktoren leitet sich am Ende der Kaufpreis ab. So kann auch ein Preis von mehr als 20.000 Euro für einen T3 absolut gerechtfertigt sein, wenn er gut in Schuss ist.

 

Denn eines haben auch wir gelernt: die Reparatur- und Instandhaltungskosten bei einem Bulli sind enorm. Investiere also lieber etwas mehr bei der Anschaffung, bevor du kurz nach dem Kauf hohe Summen für Reparaturen zahlst.

 

Und nun zum Preis unseres T3, den wir dir natürlich nicht vorenthalten. Inseriert war das Fahrzeug für rund 16.000 Euro. Gekauft haben wir ihn am Ende für noch immer stolze 12.000 Euro.


Reparaturen an unserem T3 Campervan

Bulli

Nun war der Preis von 12.000 Euro nach Rücksprache mit mehreren Fachleuten aus unserem Bekanntenkreis völlig in Ordnung.

 

Leider folgte kurz nach dem Kauf ein Schaden am gesamten Motor für den weder der Vorbesitzer noch wir selbst verantwortlich waren. Extrem ärgerlich und leider sehr teuer!

 

An dieser Stelle sei gesagt: Bei einem Fahrzeug in diesem Alter sollte dir bewusst sein, dass immer wieder Reparaturen anfallen.

 

Und so war es auch bei uns. Einige waren uns bereits vor dem Kauf bekannt: andere, wie eben ein komplett neuer Motor, Turbolader oder die Kupplung, kamen hinzu.

 

Folgende Reparaturen wurden bei unserem T3 Bulli bereits durchgeführt:

  • generalüberholter Motor (Modell: JX)
  • Turbolader (auf Kulanz einer Werkstatt)
  • Wasserpumpe
  • Öldruckschalter
  • Ölfilter
  • Bereifung
  • Bremsen vorne
  • Kupplung
  • Nehmerzylinder Kupplung
  • Zweitbatterie*
  • Kühlschrank
  • Verkrümmer Auspuff
  • Fensterdichtung außen (Beifahrerseite)

Summe der Reparatur- und Instandhaltungskosten: bislang rund 5.000 Euro.

 

Wenn du jetzt einen Schock bekommst, dann sei dir gesagt: Ohne den Schaden am Motor liegt die Summe unserer Kosten nach dem Kauf bei nur rund 1.000 Euro.

 

Trotz der hohen Kosten kann sich die Investition lohnen. Gerade der Marktpreis für den T3 steigt seit dem Frühjahr 2020 enorm an. Durch die Reparaturen haben wir also nun quasi einen komplett neuen Bus - zumindest was viele wichtige Bauteile betrifft. Kümmere dich also gewissenhaft und mit Liebe zum Detail um deinen Bulli, dann kann es sein, dass du selbst bei einem Verkauf noch einen kleinen Gewinn erwirtschaftest.


Anmeldung, Versicherung & Steuern eines T3

Dieses Kapitel können wir kurz halten. Wenn dein T3 ein H-Kennzeichen erhält, dann hast du einige Vorteile bei der Versicherung. Denn für Oldtimer gibt es vergünstigte Tarife. Zu den Unterhaltskosten gehören auch die Anmeldung, die Steuern und, in unserem Falle, der Beitrag als ADAC-Mitglied. 

 

Unsere Oldtimerversicherung haben wir bei der OCC abgeschlossen, einer Versicherung der Provinzial. Hier zahlen wir gerade einmal rund 172 Euro für ein Jahr. Die Steuern liegen bei etwas mehr als 200 Euro im Jahr und die Anmeldung des T3 über unsere Werkstatt kostete 92 Euro. Bliebe noch der Beitrag als ADAC-Plus-Mitglied, der bei 94 Euro pro Jahr liegt.

 

Einmalige Kosten: Anmeldung

Fortlaufende Kosten: Versicherung, Steuern und ADAC-Mitgliedschaft

 

Summe der Kosten im ersten Jahr: rund 560 Euro


Gadgets & Equipment für unseren T3

Bevor wir die erste Reise mit unserem T3 antreten, benötigen wir noch einiges an Equipment und Gadgets für einen Roadtrip. Du wunderst dich gleich vielleicht, wie viel wir uns noch zugelegt haben. Allerdings hatten wir bislang keinerlei Erfahrungen im Bereich Vanlife. Wenn du also ebenfalls neu bist, dann findest du hier vielleicht das ein oder andere coole Produkt, mit dem du deinen Camper ausstattest. Bei unserer Auswahl versuchen wir uns immer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu konzentrieren.

 

Zudem verlinken wir nur Produkte, die uns persönlich überzeugt haben. Alle anderen Dinge lassen wir bewusst außen vor.

 

Wir präsentieren dir: unsere Camper-Einkaufsliste!

unsere 3 Lieblinge


Mobiliar


Küche



Technik


Gadgets



Gesamte Kostenaufstellung

  1. Kaufpreis:      12.000 Euro
  2. Reparaturen:   5.000 Euro
  3. Unterhalt:          560 Euro (im Anschaffungsjahr)
  4. Gadgets:            600 Euro

Summe:                18.160 Euro

 

Der T3 Bulli ist also kein günstiges Hobby. Überlege dir daher genau, ob ein altes Auto wirklich zu dir passt. Trotz der hohen Kosten lohnt sich der T3, denn das Fahr- und Lebensgefühl auf Reisen ist einmalig und gigantisch.

 

Ein weiterer positiver Effekt: Du wirst häufig von interessierten Menschen angesprochen und führst viele schöne Gespräche bezüglich deines Bullis. Zudem knüpfst du dank des VW T3 Camper schnell neue Kontakte auf Reisen.

 

Wenn du dich nun fragst, wie du das Geld für deinen Camper zusammenbekommst, dann lies dir unseren Blogbeitrag zum Sparen für eine Weltreise inklusive wertvoller Tipps durch. Natürlich kannst du alle Tipps aus dem Beitrag nicht nur für eine Weltreise, sondern auch für einen Bulli nutzen, mit dem du später durch Europa fährst.

Welcher Camper ist der Richtige für dich? Lass uns gerne einen Kommentar da und erzähle uns, warum du dich für deinen Camper entschieden hast!

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Kommentare: 2
  • #1

    Pamela (Sonntag, 21 Februar 2021 17:10)

    Als langjährige T2 Besitzerin kann ich so gut nachempfinden,was du beschrieben hast,das Feeling ist einfach etwas ganz Besonderes! Nicht zu vergessen, die vielen winkenden und lächenden Menschen am Straßenrand, wenn man mit dem Bulli unterwegs ist. Und hier kommt das große Aber... wenn er denn fährt.. Was dazu geführt hat,das wir uns mittlerweile im Sprinter/Crafter Club befinden,die nicht halb soviel Charme hat, aber doppelt soviel Sicherheit bietet. Ich wünsche euch auf jeden Fall viele schöne Erlebnisse mit eurem Henry und dass jetzt erst mal alles rund läuft!

  • #2

    Travel around the clock. (Sonntag, 21 Februar 2021 18:20)

    Vielen Dank für die netten Worte, Pamela! :)
    Es ist genau wie du sagst. Wenn er fährt, ist es traumhaft und die Reaktionen anderer Menschen, die uns sehen, bestätigen das noch einmal mit einem Lächeln. Wir hoffen, dass in kommenden Monaten nichts weiter dran gemacht werden muss, denn ansonsten müssten wir uns wohl oder übel mit dem Gedanken beschäftigen, ob ein Crafter oder Sprinter, der natürlich deutlich zuverlässiger ist, mehr Sinn für uns macht.